Funkgeräte der Deutschen Wehrmacht

    Technik und Restaurierung

 

    Wolfgang-D. Schröer (DL7HZ)


        Stand: 7. Juli 2010 (1)

 

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Tornister-Empfänger «Berta»

Neuauflage

Restaurierung und Inbetriebnahme

Tips & Tricks

Band II

 

 

      5., stark erweiterte Auflage (Juni 2009)

jetzt 230 Seiten DIN A4, 230 farbige Abbildungen

24 Schaltungen,  viele Tabellen

CD im ADOBE-PDF-Format, nur noch ausnahmsweise als Ausdruck

mit Ring- oder Klebebindung nach Wahl

 

Neu:

Jetzt im DIN A4-Format; Bilder von einem unveränderten 'Referenzgerät' aus 1937

als Restaurierungs-Referenz, Zubehörtornister-Versionen und deren Restaurierung,

Nachbauanleitung  der Anodenbatterie mit Schnittmustern;

funktionsfähiger 2 B 38 mit Akku und Inverter;

Bauanleitungen für Stromversorgungsgeräte

und vieles mehr...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschreibung:

Die angebotene Publikation informiert in einer Schritt-für-Schritt-Anweisung über die vor jeglicher Restaurierung erforderlichen Demontage des Gerätes und dazu erforderliches Werkzeug, über elektrische und mechanische Wiederherstellungsarbeiten an beschädigten oder nicht mehr funktionsfähigen Bauteilen (vor allem an aufgequollenen Becher- und nicht mehr toleranzhaltigen Rollkondensatoren), über Wartungsarbeiten an Lagern und Zahngetrieben, über Erneuerung verkratzter Skalen und Skalenscheiben und schließlich über den Zusammenbau und das Austesten des Empfängers (siehe Inhaltsverzeichnis und Leseprobe unten).

 

Restaurierter Tornister-Empfänger "Berta"

Restored receiver

 

Selbstverständlich wird in ausführlicher Form die Lackierung der oft durch ungeeignete Restaurierungsmethoden (Pinsellackierung) arg in Mitleidenschaft gezogenen Frontplatte beschrieben und dafür viele erprobte Tips und Bezugsquellen für die erforderlichen Speziallacke in Sprühdosen gegeben.

Bei Befolgen der angegebenen Maßnahmen steht dem Restaurator schließlich ein funktionsfähiges, erstaunlich leistungsfähiges Empfangsgerät zur Verfügung.

Das Ergebnis solcher Bemühungen ist im Bild (oben links) wiedergegeben. Rechts oben das Bild eines vollständigen Tornister-Empfängers "Berta" mit Batterie-Halbtornister, Wechselrichter und Akku, darüber das Kopfhörerfach.

Weitere Kapitel informieren über die originale Stromversorgung des Torn.E.b aus Anodenbatterie, 2 Volt- und 12 Volt-Sammlern (Ew.b; Ew.c und Ew. c1) und Selbstbaunetzgeräte unterschiedlicher Auslegung.

Teil der Broschüre ist jetzt auch die (überarbeitete), im Text unveränderte Prüfvorschrift und Abgleichanweisung für den Spez. 976 Bs (Torn.E.b)

The offered publication contains step-by-step information about

- total disassembly of the receiver, unavoidable before any serious restoration,

- electrical and mechanical re-establishment of damaged and no longer properly working parts, above all swollen (wet) cup-condensers,

- maintenance of ball bearings and gearwheels,

- renewal of scuffed scales and dial-sheets

and finally (new)

- re-assembly and final test procedures (see table of contents)

 

Of course, inappropriate brush-varnishing of the front panel by inexperienced ‘restorers’ often led to an ugly, unappealing outfit, which should be corrected. For that purpose, you will find a whole bunch of detailed and tested hints and kinks and - additionally - sources of supply for the necessary special lacquers in aerosol-tins.  

Following the proposed methods, an amazingly well performing receiver will be reward to the restorer. The result of such efforts is shown in the upper left picture.

 

 

Inhalt

 

 Vorbemerkungen / Danksagung

1. Vorüberlegungen zur Restaurierung

2. Werkzeuge für die Restaurierung (neu)

3. Beispiel einer desolaten Ausgangssituation 

                                         

4. Aufbau und technische Daten des Torn.E. b (z.T. neu, mit Bildern eines Referenzgerätes)             

      

5. Demontage der Baugruppen – Freilegen der Frontplatte

          Bebilderte Schritt-für-Schritt-Demontageanleitung (neu)                        

        Entfernen der Drehknöpfe  

        Bezeichnungsschilder und Skalenrahmen  

        Verschraubungen von Bedienungselementen  

        Schritt-für-Schritt-Demontage der Baugruppen  

        Probleme beim Lösen von Schrauben und der Revolverachse  

 

6. Inspektion und Reparatur mechanischer Bauelemente                    

Auswechseln der Antriebsachse des Drehkondensators  

Restaurierung der Skala für die Feinabstimmung  

Rückkopplungsfeintrieb  

Kontrolle der Schalter in der NF-Baugruppe  

Schmieren und Ölen der Getriebe  

Behandlung von Kontakten  

Entrosten  

 

7. HF-Teil: Demontage der Teilbaugruppen (für ganz Mutige) (Neu!)

          Zerlegungsschritte  

        Festgefressener Rückkopplungsantrieb  

        Totalsanierung der HF-Baugruppe  

 

8. Inspektion und Restaurierung elektronischer Bauteile                     

        Sollwertprüfung elektronischer Bauteile                  

        Widerstände              

        Kondensatoren  

        Drosselspulen  

        Durchgangsprüfung von Tonsiebdrossel und Ausgangstransformator  

        Prüfung der Röhrenemission  

 

9. Schönheitsreparaturen    

        Restaurieren der Frontplatte  

        Nachlackierung von Gußwannen, Abschirmblechen und Revolver

        Lackieren von Schraubenköpfen  

Hinweise zur Rekonstruktion von Skalenfenstern  

        Gedanken zur Restaurierung des Gehäuses  

        Gehäusebeschriftung   

        Reinigung verschmutzter Keramikteile

 

10. Schrittweiser Zusammenbau des Gerätes                                             

 

11. Originale Stromversorgung (neu)                                                        

          Heizspannungs-Sammler  

         Anodenbatterie  

         Wechselrichter (2 Volt)  

         Wechselrichter (12 Volt)

                  Verkabelung des Zubehörtornisters

 

12. Restaurierung des Zubehörtornisters (neu)

           Verkabelungstypen

           Bestandskontrolle, Ausbeulen des Zubehörtornisters

           Säubern des Gehäuses und Entfernen der Altlackierung

           Einbau der Kabelhalterungen

           Herstellung der Kabel-Durchführungsscheiben

           Sammler-Distanzblock

           Batteriehalter-Palette mit Beriemung

 

13. Funktionsfähige, fast originale Stromversorgung

           Nachbau der Anodenbatterie

           Heizspannungssammler

 

14. Selbstbau eines Spannungsversorgungsgerätes             

         Anodenspannungsteil  

         Heizspannungsteil

         Einhaltung der Sollspannungen (neu)  

         Anodenspannungsteil NT5 mit Hochvolt-Linearregler

         Alternative Netzteilschaltung  

 

15. Anhänge                                                                                                             

         Abweichende Bauteilewerte von der «Teilliste»  

         Spannungsmessungen an restaurierten Geräten

         Kontrollmessungen an den Röhrenfassungen (neu)  

 

16. Prüfvorschrift und Abgleichanweisung 976 Bs (Torn.E.b)        

            I.   Technische Daten  

          II.  Schaltung  

          III. Mechanischer Aufbau  

          IV. Prüfvorschrift  

          V. Abgleichanweisung

   

17. Nachträge:  (neu)

            Hoffnungslose Fälle; zerfallende Zinkgußteile 

            Geschweißte Bauteileverbindungen 

 

18. Anhang (neu)

            Schwingkreisdaten

            Begriffsklärungen und Informationen

 

19. Ergänzungen (z.T. neu)

            Frontplatten- und Gehäuselackierung: Farben

            Gehäusebeschriftung

            Lösen der Schrauben von Drehknöpfen

            Ausbohren abgerissener Schrauben

            Umkalibrieren eines handelsüblichen Meßinstruments

            Verhinderung zu starken Farbauftrages bei Eichtabellenrähmchen

            Gangbarmachen festsitzender Trimmerkondensatoren

            Testen eines Torn.E.b auf defekte Kondensatoren                               

 

20. Quellen

21. Schaltungen (Großformate) (neu) 

22. Kopiervorlagen 1:1 (neu)

           Anodenbatterie

           Beladeplan

           Vergilbtes Skalenblatt                                                                                    

 

                                                                             

 

Leseprobe

 

Anmerkung:

In der Publikation ist jeder Schritt mit einem oder mehreren Farbbildern illustriert, die hier aus Gründen des Umfanges nicht wiedergegeben werden. Die beigefügten Bilder dienen als Beispiele und demonstrieren die Qualität der Dokumentation.

 

 

9. Schrittweiser Zusammenbau des Gerätes

 

Wie die Demontage so muß auch der Zusammenbau des Torn.E. b in festgelegter Reihenfolge erfolgen, weil etliche Teile andere überdecken und deshalb später nicht mehr eingebaut werden können.

  

Schritt 1:

Die auf beiden Seiten lackierte und ausgehärtete Frontplatte wird zunächst beschildert, alle Skalenfenster mit ihren Rähmchen sind zu verschrauben (Abb. 49). Wichtig! Es muß sichergestellt sein, daß keine Schraube über die Fläche der Frontplatten-Rückseite hinausragt!!!

 

Schritt 2:

An den Antennenanschluß wird ein gelber, an den Gegengewicht-Anschluß ein schwarzer Draht (Litze) 0.8 mm ø angelötet (Abb. 50).

 

 

 

 

Detailaufnahme des Feinabstimmungs-Antriebes

Fine tuning system

 

(a) Friktionsscheiben (b) Skalenscheibe

(c) Lagerbock mit Lagerbuchse (d) Skalenachse

mit Spannfeder für die Friktionsscheiben a

 

 

Schritt 3:

Die starre Achse des Spulenrevolvers wird in die Lagerbuchse der Frontplatte eingesetzt und auf der Vorderseite verschraubt (M6) (Abb. 50 und 51). Es kann sinnvoll sein, auf den ‚Boden’ der Lagerbuchse eine dünne Papierscheibe zu legen und dadurch den winzigen Abstand der Bereichsskalen zur Frontplatte geringfügig zu vergrößern. Das verhindert später deren Beschädigung der Bereichsskala. Diese Maßnahme darf indessen nur äußerst sparsam angewendet werden, weil andernfalls die Revolverkontakte nicht mehr mit den Kontaktfedern des HF-Teils fluchten.

 

Schritt 4:

Der Spulenrevolver wird auf die Achse gesteckt und mit der rückseitigen M4-Schraube fixiert, dabei Lage des Paßstiftes der Achse beachten! (Abb. 50). Abstand zwischen Frontplatte und Grobskala kontrollieren!

Vorheriges Schmieren der Achse nicht vergessen! Die Trommel ist jetzt noch frei drehbar. Das erleichtert die flächendeckende Versorgung des Nockenrastwerks (Abb. 19) mit einer dünnen Schicht Getriebefett.

 

Schritt 5:

In diesem Aufbauzustand sollte die aus geschichteten Stahlblättern bestehende, mit einer Rolle versehene Blattfeder (Abb. 53, 54, 55) für das Nockenrastwerk des Spulenrevolvers montiert werden. Sie wird zunächst am linken Haltebock verschraubt, ohne daß die Schlitzhalterung am rechten Lagerbock schon befestigt wäre. Nach Rasten der Federrolle kann man die Schlitzhalterung rechts mit zwei M3-Schrauben fixieren.

 

Schritt 6:

Der von der Gegengewicht-Buchse (G) kommende schwarze Draht wird mit der Lötöse verbunden, die zuvor unter einer M3-Schraube am linken Teil der Blattfeder befestigt wurde (Abb. 56). Damit liegt Massepotential (Gegengewicht der Antenne) direkt an der Spulentrommel.

 

Schritt 7:

Erst jetzt kann der Einbau des Antennen-Anpaßtrimmers erfolgen, seine Keramikplatte liegt hinter der Grobskala! Die flache Kante zeigt zur Frontplatten-Oberseite (Abb. 57).

 

Für das Festziehen der frontalen Sechskantmutter bedient man sich am besten eines passenden Steckschlüssels, das verhindert Beschädigung der oberen Kante des Anpaß-Schildes. Ringschlüssel sind wenig geeignet, Maulschlüssel noch weniger, und die Kombizange...Na ja!

 

Schritt 9:

Nach diesen ‚Vorarbeiten’ kann das HF-Modul eingebaut werden. Das erfordert Umsicht! Zuerst löst man die beiden seitlichen Schrauben der Schlitzblende für die Kontaktfedern, hebelt sie aus den Paßstiften und fixiert sie in den Langlöchern so, daß die Paßstifte in diesen zu liegen kommen (Abb. 58 unten). Das ist unbedingt erforderlich, um weder die Kontaktfedern noch die Kontakte der Spulentrommel zu verbiegen!

 

Jetzt kann die HF-Baugruppe angesetzt werden (Abb. 60). Dazu müssen zwei dicke Paßstifte, die auf der Stirnfläche der HF-Baugruppe liegen, in entsprechende Bohrungen der Frontplatte bugsiert werden.

Liegen danach die Achsstummel für Feinabstimmung und Rückkopplung frei in ihren Bohrungen, können die vier frontseitig einzusetzenden M4-Linsenkopf­schrauben in der HF-Baugruppe festgezogen und diese damit unverrückbar fixiert werden.

Wenn man will, kann man schon jetzt die Drehknöpfe aufsetzen und verschrauben und den einwandfreien Lauf der Antriebe prüfen. Sie werden von einer in das Achsgewinde gedrehten M2,5-Schraube beim Feintrieb und einer M2-Schraube beim Rückkopplungsantrieb gehalten.

Es ist sinnvoll, bereits jetzt die gelben Anschlußdrähte, die von den Kontaktfedern der 1. HF-Vorstufe kommen (Position 34: antennenseitiger Anschluß und Verbindung zur Kontaktfeder, Position 35 zum Gitter1 der HF-Vorstufe) und den gelben Draht von der Antennenbuchse an die bezeichneten Positionen des Drehkondensators anzulöten. Sie sind beim Drehen der Trommel dann nicht mehr im Wege (Abb. 60).

 

Schritt 10:

Der Einbau des Lautstärke-Potentiometers bereitet keine besonderen Schwierigkeiten. Es ist lediglich darauf zu achten, daß die ‚Verdrehschutznase’ in die Aussparung der Führungshülse der Frontplatte gedreht wird. Seine Anschlußfahnen weisen dann in Richtung auf die Aussparung für das Meßinstrument (Abb. 61). Das Festziehen der Sechskantmutter zur Befestigung des Potentiometers erfolgt mit Hilfe eines passenden Steckschlüssels.

 

 

Schritt 11:

Es folgt das Verlegen des Verbindungskabels zwischen HF- und NF-Baugruppe. Zuerst wird der Kabelbaum über die beiden Kabelschellen, die über eine M3-Gewindebohrung verfügen, mit dem Frontplattenrand verschraubt (Abb. 62).

 

Danach kann die Lötösenleiste der HF-Baugruppe mit den farbig gekennzeichneten Anschlußdrähten des HF-Teils und des Kabelbaums belegt werden. Die Lötösen sind mit den Potentialzahlen 47 (schwarz), 7 (blau), 3 (grün) und 9 (rot) bezeichnet (Abb. 62).

Auf der anderen Seite des Kabelbaums liegen die farbigen Drähte auf den selben Potentialnummern.

 

 

 

Kabelbaum zwischen HF- und NF-Baugruppe

Cable harness between RF and AF-section

 

Schritt 12:

Der Einbau des Stromversorgungssteckers ist unverwechselbar. Die Fernhörer-Doppelbuchse wird so eingesetzt, daß die Potentialzahlen (51) zur Geräteunterseite zeigen. Falls die Anschlußdrähte beider bei der Demontage entfernt wurden, werden jetzt entsprechend farbige und hinreichend lange Drahtstücken zur Verbindung mit der 8poligen Lötösenleiste (Abb. 63) angelötet. Später ist das aus Platzgründen nur noch mit extremer Fingerakrobatik möglich.

 

Schritt 13

Erst jetzt wird die bisher noch am Kabelbaum zum HF-Teil hängende, bewegliche Lötösenleiste an beiden Seiten verschraubt: an ihrer linken Seite am dafür vorgesehenen Gewinde der Schlitzhalterung für die Blattfeder des Revolver-Rastwerks, rechts unter Einfügung des dafür vorgesehenen Haltewinkels und einer Lötöse für den Masseanschluß (Abb. 63).

  

Schritt 14:

Der Einbau des Meßinstruments erfolgt mit drei M3x15-Schrauben und einer M3x20 Schraube, die auch als Massepunkt verwendet wird. Sie wird – von der Rückseite des Instruments aus betrachtet – unten oder oben rechts eingesetzt. Um guten Kontakt zur Frontplatte herzustellen, sollte der Lack unter der Mutter kreisförmig entfernt und eine Zahnscheibe untergelegt werden. Die Mutter wird gekontert und darüber eine Lötöse zum Anschluß der Masseleitungen von Lautstärkeregler und Meßinstrument vorgesehen (Abb. 65).

 

Schritt 15:

Vom Lautstärkeregler und vom Meßinstrument müssen insgesamt drei Verbindungsleitungen zur Lötösenleiste verlegt werden (Abb. 64 und 65). Es sind die Zuführungen zum Meßinstrument, also für Anoden- und  Heizspannung (Pot.-Nr. 3 und 7), die dritte Leitung dient der Zuführung des Schleiferanschlusses des Lautstärkereglers (Pot.-Nr. 47).

 

 

'Gealtertes', restauriertes Skalenblatt

artificially aged dial

 

Es ist sinnvoll – sofern die Originaldrähte ersetzt werden müssen – dünne farbige Litzen oder Drähte zu verwenden, was die spätere Schaltungs-kontrolle wesentlich erleichtert. Für ihren festen Sitz in den Frontplattennischen sind vier kleine Schellen vorgesehen (Abb. 64). 

 

Schritt 16:

Sind diese Vorbereitungen getroffen, kann die NF-Baugruppe angesetzt werden (Abb. 66). An ihrer Stirnseite besitzt sie zwei dicke Paßstifte, die in Bohrungen der Frontplat­te einrasten müssen. Man sieht jetzt auch, ob die Verschaltung des Steckers für die Spannungsversorgung und der Fernhörerbuchsen so erfolgt ist, daß die z.T. sehr starren Originaldrähte den Einbau nicht behindern. Ist alles in Ordnung, kann das Modul mit den fünf M4-Linsenkopfschrauben von der Frontplatte her fixiert werden.

 

Schritt 17:

Jetzt kann die «Spinne», die in ihrer Mitte die Aufnahme für den Spulenrevolver enthält, ohne zu verkanten aufgesetzt, in die Paßstifte gedrückt und anschließend mit vier M4-Zylinderkopfschrauben befestigt werden (Abb. 66). Die Trommel hat erst jetzt festen unverrückbaren Sitz. Bei ihrem Durchschalten kann die Skalenscheibe nun nicht mehr beschädigt werden.

Nicht vergessen, den Draht, der durch die Spinne führt, an den entsprechenden Stellen zu verlöten bzw. zu verschrauben! Links ist das der isolierte Stützpunkt, an dem ein Ende der Drossel (59) befestigt ist, rechts, auf der Rückseite des NF-Moduls, die mit der Potentialnummer 25 bezeichnete Schraube (Pfeile in Abb. 66).

 

Schritt 18:

Der Anschluß der Verbindungsleitungen des NF-Teils, die an der schrägen Seite der Baugruppe austreten, ist etwas für Hebammenfinger. Sie sind wegen der Enge und wegen ihrer Storrheit schwer unterzubringen (Abb. 67). Es hat sich bewährt, die unnötig dicken Verbindungen durch dünnere gleichfarbige Litzen zu ersetzen.

Die restliche Verschaltung gestaltet sich unproblematischt:

Die beiden Lötösenleisten stehen sich mit ihren Lötfahnen mit korrespondierenden Potentialnummern direkt gegenüber, so daß sie über kurze Drahtbrücken miteinander verbunden werden können. Verwechslung der Leitungen ist dadurch ausgeschlossen. Lediglich beim Anschluß der von der Frontplatte kommenden Drähte des Stromversorgungssteckers und der Fernhörerbuchse ist besondere Sorgfalt vonnöten. Letztere sollte bereits vor dem Einbau der NF-Baugruppe auf Position 51 der unteren Lötösenleiste gelegt werden. Später ist dies aus Platzgründen nur noch sehr schwer möglich.

 

Schritt 19:

Es folgt die Überprüfung der gesamten Verschaltung, vor allem das Durchmessen aller Verbindungen, die bei der Demontage getrennt werden mußten. Um Verwechslungen vorzubeugen, sollte der richtige Anschluß der Heiz- und Anodenleitungen kontrolliert werden. Fehler an dieser Stelle kosten inzwischen teuer gewordene Röhren!

Besondere Aufmerksamkeit sollte dem äußerst engen Raum zwischen Frontplatte und den beiden Lötösenleisten gewidmet werden (Abb. 62). Hier treffen sich Kabelbäume aus HF- und NF-Teil, die Leitungen von Potentiometer und Meßinstrument mit den Zuleitungen vom Spannungsversorgungsstecker und von den Fernhörerbuchsen.

Das ‚Mißgeschick’ einer Lötöse, die unbemerkt Kontakt mit einem Chassisteil aufnimmt, kann zu tagelanger Suche nach dem Fehler führen. Beim Verfasser so geschehen mit der Lötfahne 51 der oberen Lötösenleiste, die zwar nicht perfekte, aber doch hinreichende Verbindung mit der schrägen Unterseite des NF-Moduls hatte. Stellte man das Gerät auf die Seite, war gelegentlich - aber keineswegs immer - Lautsprecherlautstärke zu verzeichnen, sonst reichte die (teil-kurzgeschlossene) NF nur für Kopfhörerempfang.

 

Schritt 20:

Bevor die Röhren eingesetzt werden lohnt sich die Reinigung der Fassungs- und Sockelkontakte mit Fettlöser oder einem Glashaarstift. Abgebrochene Glashaare mit Pinsel entfernen! Anschließend können alle Kontaktflächen hauchdünn mit Ballistol benetzt werden. Das bietet langanhaltenden Schutz gegen Oxidation oder Sulfidierung (Schwärzung) der versilberten Oberfläche!

 

Schritt 21:

Der Augenblick der Wahrheit ist gekommen!

Spannungen anlegen (Einschalter auf Aus), Antenne anstecken, ein paar Meter Draht reichen dafür vollkommen, und Fernhörer oder Lautsprecher (hochohmig! Ca. 4000 Ω) einstöpseln. Trommel in Bereich 1, Feintrieb nahe 100. Einschalten! Es sollte am Tage der sehr stark einfallende Deutschlandfunk hörbar sein. Ebenso gut kann man Bereich 8 einstellen, der das 40m-Band erfaßt; hier finden sich am Tage und in der Nacht stets hinreichend starke Signale.

Beim Durchdrehen des Antennen-Anpaßtrimmers wird ein Lautstärkemaximum erkennbar.

Nun den Rückkopplungsdrehkondensator langsam nach rechts drehen. Auf einer senderfreien Stelle der Skala wird jetzt der Rückkopplungseinsatz hörbar, der auf einem stark einfallenden Sender beim elektrisch einwandfreien Gerät so weich einsetzt, daß er kaum wahrnehmbar ist. Wenn das so ist, kann die Restaurierung als gelungen angesehen werden. Setzt hingegen die Rückkopplung hart ein oder pfeift sie auch ohne Signal, und stimmen Einsatz- und Aussetzpunkt nicht überein, ist bei der Erneuerung der Kondensatoren oder beim Überprüfen der Widerstände und Drosseln geschlampt worden.

 

 

 


 

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